11. Mai 2012

Gewonnen! Herzlichen Glückwunsch, stosse!

@ 12:03 Uhr -


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo alle miteinander,

soeben habe ich erfahren, dass mein Freund und Assistent Daniel Stosse einer der diesjährigen Gewinner des Deutschen Jugendfotopreises sein wird.

Seine Serie “Erinnerung”, die wir im vergangenen Jahr zusammen in Mülheim an der Ruhr ausgearbeitet und fotografiert haben, wird im September 2012 auf der Photokina ausgestellt und prämiert. Welche Auszeichnung er gewonnen hat, wird erst auf der Preisverleihung bekannt gegeben.

Egal was du gewonnen hast, Herzlichen Glückwunsch!

Mehr Informationen zu Stosse gibt es auf  www.stosse.de.

 

23. April 2012

Vom Blick zum Ausstellungsprint

@ 14:05 Uhr -

Heute will ich euch mitnehmen und euch zeigen welche Arbeitsschritte hinter einem Ausstellungsstück in einer Galerie stecken und welche Wege wir gehen.

Was passiert eigentlich alles zwischen dem Moment an dem Basti ein Bild im Kopf hat und dem Moment an dem die Verglasung des Rahmens in der Galerie das letzte mal geputzt wird?

Zuerst muss für das Bild eine passende Location ausgedacht werden und diese Wunschlocation muss dann auch erstmal gefunden werden. Bevor wir uns aber auf den Weg machen, müssen wir im Wechselsack Planfilme in die Kassetten einlegen.

Noch bevor es auf zum Aufnahmeort geht, müssen wir die nächste wichtige Komponente berücksichtigen: Das Wetter. In unserem Fall heißt das oft, warten bis endlich Wolken vor (!!) die Sonne ziehen. Nun kann es endlich losgehen! Perspektive wählen, Großbild aufstellen und einstellen. Unter dem Einstellungstuch überprüft Basti mit Hilfe einer Lupe den genauen Bildausschnitt und die Schärfe. Basti nuschelt irgendwas von „messen und blaue Tasche“ unter dem Tuch hervor; bestimmt meint er, dass ich den Belichtungsmesser holen soll. „Bin schon auf dem Weg.“ Jetzt ist alles vorbereitet, Basti kann die Aufnahme machen. Wir legen die Planfilmkassette ein und lösen aus.

Anschließend entwickeln wir die E6 Dias mithilfe einer Entwicklungsmaschine selbst. Das heißt: Wir nehmen die Filme in der Dunkelkammer aus der Kassette und legen sie in die Entwicklungsdosen ein. Die Chemie muss angesetzt, die Maschine hochgefahren und vorgewärmt werden. Erst jetzt können die Dias entwickeln. Nach knapp 40 Minuten  werden die nun fertigen Dias getrocknet und auf einem Leuchttisch zur Sichtung ausgebreitet. Die für gut befundenen Dias scannen wir ein und sortieren sie in der Datenbank.

Nächster Schritt: die Postproduktion. Zuerst müssen die Bilder entfleckt werden. Das heißt, die Staubkörner, die man beim Scannen nie vermeiden kann, müssen aus dem Bild wieder entfernt werden. Diese teilweise stundenlange Arbeit nehmen wir in Kauf, da sie wesentlich ordentlicher und vor allem kontrollierter ist, als jede Automatik, die die Scannersoftware anbietet. Wenn das Bild so weit vorbereitet ist, beginnen wir mit der eigentliche Retusche und Anpassung der Fotos. Basti versucht natürlich die Aufnahmen so weit es möglich ist so zu machen wie sie später auch aussehen sollen. Deswegen fallen die Farb- oder Kontrastanpassungen, die später noch gemacht werden müssen, meist eher gering aus

Mit der fertigen Datei geht es dann in den Druck. Der erste Schritt ist der Softproof. Hier simulieren wir den Druck mit dem ausgewählten Papier auf dem Bildschirm. Im Hardproof überprüfen wir mit einem Teststreifen ob der Softproof bzw. die Monitoransicht und das Druckergebnis übereinstimmen. Jetzt ist der große Moment gekommen und wir können den finalen Druck starten. Falls nötig machen wir jetzt noch einmal eine Retusche per Hand, um kleine Fehler im Print auszugleichen.

Sobald wir mit dem Ergebnis zufrieden sind fahren wir Einkaufen. Auf unserem Zettel stehen Holzplatten, schwarze Farbe und doppelseitige Klebefolie.

Wenn ich die Holzplatte schwarz lackiert, und die die Unebenheiten mit feinem Schleifpapier entfernt habe kann das Aufziehen beginnen.

Zuerst bringen wir die Klebefolie auf der Holzplatte an, in dem ich die Folie nach und nach abrolle und Basti sie fest auf die Platte streicht. Die überstehenden Ränder schneide ich mit einem Skalpell ab. Damit ist die Platte bereit für den Print. Hier gehen wir ganz ähnlich vor wie schon bei der Klebefolie, ich halte den Print und ziehe das Schutzpapier von der Klebefläche ab. Basti streicht mit Laborhandschuhen den Print auf die Folie, damit keine Lufteinschlüsse entstehen. Jetzt müssen nur noch die überstehenden Ränder abgeschnitten und die Wandhalterungen angebracht werden und das Bild ist fertig.

Von hier geht es ab in die Galerie, die Ausstellung oder dein Wohnzimmer.

 

13. April 2012

Neue Serie ONLINE!!!

@ 11:36 Uhr -

Ab jetzt ist die neue Serie Seelsucht online!

Viel Spaß beim Anschauen und in diesem Sinne ein schönes Wochenende!

 

Startschuss 2.0

@ 11:32 Uhr -

Ich bin Jan Volbracht, 21 Jahre alt und komme aus der Nähe von Stuttgart. Als Teil meiner Ausbildung zum Fotografen im EVA Programm des Photo+Medienforums in Kiel mache ich bis Ende August ein Praktikum bei s.h. schroeder.

In den nächsten Wochen und Monaten werde ich euch hier auf dem Laufenden halten, was bei s.h. schroeder passiert, woran wir arbeiten und was uns beschäftigt. Neben dem Blog werde ich Basti bei Jobs assistieren, Bilder bearbeiten, das Archiv auf Vordermann bringen, mich um Datensicherung und die Mappe kümmern und natürlich viel Staubwedeln und Kaffee kochen. ;-)

Diese Woche hatten wir zwei große Projekte.. Dienstags war Basti an der Kunstakademie in Düsseldorf , um dort bei einem Kolloquium seine aktuellen Arbeiten zu präsentieren. Dafür haben wir in den vergangenen Wochen bereits die fertigen Prints auf Holz aufgezogen. Das positive Feedback von den Professoren und Kommilitonen versetzte den Chef in Spendierlaune – Currywurst Pommes gingen auf Ihn! Super!

Jan und Basti

Die restliche Woche haben wir an der Fertigstellung eines großen Jobs gearbeitet, Businessportraits und Imagebilder mussten retuschiert, gebrannt und verschickt werden.

In der nächsten Zeit werden wir fleißig an freien Projekten arbeiten und dafür viel an der ehemals deutsch-deutschen Grenze und im Braunkohletagebau Garzweiler unterwegs sein. Außerdem steht die Rundumerneuerung von Bastis Mappe auf der Tagesordnung.

Heute Nachmittag gibt es endlich wieder neue Fotografien auf der Homepage! Die Serie Seelsucht ist abgeschlossen und wird gerade zum Upload vorbereitet.

Das hier ist also der Startschuss! Auf dem Blog und der Facebook-Fanpage werdet ihr  jetzt wieder in regelmäßigen Abständen mit Artikeln, Fotografien und kleinen Updates versorgt.

 

20. Januar 2012

Es passiert was neues, ganz altes

@ 12:14 Uhr -

In den letzten Monaten wurde es ruhig hier auf dem Blog. Das hing zum Einen an vielerlei Ereignissen in meinem Privatleben. Zum Anderen an der Aufnahme an der Kunstakademie Düsseldorf als Student für freie Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie.

Nach dem plötzlichen Tod meiner Mutter im vergangenen September stoppte ich alle meine Arbeiten. Alles auf “hold”.
Nach anfänglichem “Leer sein” und “nur noch die Pflicht erfüllen”, begann ich zum Ende des Jahres wieder mit einer neuen Arbeit. Die anderen sind nicht weg oder gelöscht, jedoch weiterhin pausiert. Erst einmal muss etwas heraus…

 

Stillleben, zwei Blätter

Stillleben, zwei Blätter

Ich begann Bilder aus den letzten Jahren zusammenzustellen, die mir etwas bedeuteten. Nicht, dass mir meine bereits veröffentlichten Bilder nichts bedeuten, doch hatten meine Fotos immer etwas distanziertes, eher beschreibendes. Ich habe Menschen dargestellt und sie in meinen Bildern charakterisiert. Mich selbst habe ich dabei so gut es geht außen vor gelassen. Berechtigterweise konnte man sagen, dass mehr von den Abgebildeten als von mir selbst in den Bildern steckte. Ich wollte objektiv betrachten.

Die aktuelle Arbeit wird persönlicher. Doch dazu mehr, wenn man etwas sehen kann.

Um zum Punkt zu kommen: Um meine Vorstellungen hinsichtlich der neuen Arbeit zu erfüllen, musste ich mit einer für mich ganz neuen fotografischen Technik beginnen. Das heißt nicht HDR oder sonst etwas digitales, sondern Plattenfotografie auf Glas.

Mit diesem Begriff geht man ganz weit in der Geschichte der Fotografie zurück. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Kleinbildfilm die Fotografie revolutionierte, wurde beinah ausschließlich auf Platten fotografiert.
Heute findet man kaum noch Vertreter dieses doch verhältnismäßig aufwendigen Fotografie-Prozesses.

 

glas010v1

Natur

Doch warum Glasplatten? Sie hinterlassen ein ganz bestimmtes Gefühl von Tiefe in den Bildern. Aufgrund der dicke des Glases wirkt das Bild dreidimensionaler. Portraitfotograf Richard Avedon hat einmal gesagt, dass der Fotograf zur Darstellung von Tiefe nur die Oberfläche zur Verfügung hat. Diese Oberfläche möchte ich erweitern und ihr gewissermaßen eine Tiefe geben, die sie nicht hat.

Zurzeit stehe ich ganz am Anfang diesen Prozess kennenzulernen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten eine lichtdichte Kassette zu bauen, konnte ich vor knapp zwei Wochen die erste Platte sensibilisieren und entwickeln. Das ist alles sehr spannend..

Hier nun die ersten Ergebnisse…

 

8. Juni 2011

Das erste Buch! Endlich ist es da!

@ 16:56 Uhr -

Vor gut einer Woche habe ich Post bekommen. Der erste Druck meines New York Buches ist angekommen. Endlich!!!

Lange habe ich gewartet, immer wieder Bilder rausgeschmissen und reingetan und nun ist es da.

Trotz aller Freude musste ich feststellen, dass ich noch ein paar Sachen ändern möchte. Es gibt also weiterhin kein offizielles Buch. Vorerst.

Ob und wie es verlegt wird, steht leider immer noch nicht fest. Falls diesen Beitrag zufällig ein Verleger lesen sollte, bitte melde dich bei mir!

Wie auch immer, auf jeden Fall ist es ein toller Moment seine Bilder fertig gebunden auf tollem Papier, nicht in billiger “Fotobuchqualität” zu betrachten.

 

7. Juni 2011

Was mache ich eigentlich? Teil 2

@ 09:07 Uhr -

Das Konzept war geschrieben, die Idee gedacht. Was kam dann?

Beim Film einlegen in der Dunkelzelle

Beim Film einlegen in der Dunkelzelle

Es war und ist mein Traum die Bildern des neuen Projektes wieder auszustellen. Es gibt nichts schöneres als seine Bilder in der richtigen Größe an der Wand hängen zu sehen. Allerdings nicht einfach, um eine weitere Ausstellung zu haben, sondern vielmehr, weil die Bilder, so wie sie geplant sind, in einer Ausstellung am besten wirken können.

Die Bilder brauchen Platz, müssen groß an Wänden hängen, um ihre ganze Wirkung zu entfalten. Klingt ein wenig geschwollen, aber es ist tatsächlich so…das habe ich getestet…

Nur wie soll man das umsetzen? Dafür braucht man viel Geld und Unterstützung. Und genau da bin ich gerade dran. Bis Ende Juli (das ist der angesetzte Zeitrahmen) suche ich nach Sponsoren, bewerbe mich auf Stipendien etc. Es ist mein Ziel ab August zu fotografieren und dann bis zum Frühjahr 2012 mit den Aufnahmen fertig zu sein, sodass eine mögliche Ausstellung zur 22. Jahresfeier der Wiedervereinigung stattfinden kann. Ob das klappt ist die andere Frage, aber das ist das Ziel.

In der vergangenen Woche hatte ich bereits die Möglichkeit mit einigen namhaften Firmen aus der Fotoindustrie Kontakt aufnehmen zu können. Die haben sich interessiert gezeigt und wenn eine Zusammenarbeit zustande kommt, ist das hier der Platz an dem es bekannt gegeben wird. Grundsätzlich werde ich immer wieder alle möglichen Details und interessanten Fakten zu dem Projekt hier posten. Dran bleiben lohnt sich. Kamera, Licht, Gedanken zum Thema, Buchempfehlungen und vielleicht auch der ein oder andere Anstoß für die eigene Aufarbeitung ….

Nun aber endlich zum Konzept. Hier die aktuelle Fassung. Stand 7. Juni 2011:

 

Gefühle im Unrechtsstaat, Generation 2″

Projektbeschreibung

„Der Charakter der DDR als totalitäre Diktatur verschwindet im Bewusstsein vieler Menschen immer mehr zugunsten einer weichgespülten Erinnerung an die vermeintliche Geborgenheit.“
(Sven Felix Kellerhoff im Gespräch mit Rainer Eppelmann, Die Welt, 13.03.2008)


Die fortschreitende Verklärung des SED-Staates hat 20 Jahre nach der Wiedervereinigung einen Höhepunkt erreicht. Die Frustration hervorgerufen durch die Zwänge der geteilten Vergangenheit schwindet. Politiker verteidigen das alte System ohne Differenzierung. Tatsächlich wissen viele gar nicht (mehr), welche Praktiken die Stasi nutzte, um Kritiker mundtot zu machen. Eine solche Entwicklung fordert eine andauernde und klare Aufarbeitung gegen das Vergessen.

Das Projekt „Gefühle im Unrechtsstaat“ soll anders als bisherige fotografische Aufarbeitungen keine rein ästhetische Darstellung von DDR Bürgerrechtlern und STASI Stätten werden. Vielmehr soll dem Betrachter durch diese Fotografien die Chance gegeben werden, in die gedämpfte Atmosphäre des freiheitsverachtenden Systems DDR einzutauchen.

Aus der Verbindung der Portraits von Regimegegnern sowie Architektur- und Landschaftsaufnahmen der Orte, an denen der Freiheitsentzug stattgefunden hat, soll ein Gefühl erzeugt werden, das zum Nachdenken anregt und gleichzeitig das Ausmaß der vertuschten Unterdrückung erfassen lässt. Noch heute gibt es tonnenweise nicht aufgearbeitetes Material, das Zeugnis gibt von der bis ins kleinste Detail geplanten Vertuschung der Stasipraktiken.

Studien belegen enorme Wissenslücken bezüglich der DDR in den nachwachsenden Generationen. Häufig findet keine angemessene Auseinandersetzung mit der nahen Vergangenheit statt. Auch in den Schulen werden die 40 Jahre DDR oft praktisch ausgeklammert.

In meinem eigenen Unterricht fand lediglich eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse der Wiedervereinigung statt. Näheres über die Zeit und das Leben mit dem Regime im ehemaligen Osten zu erfahren war im Lehrplan keineswegs vorgesehen.

Neben einer inhaltlichen Aufarbeitung fehlen auch Bilder, die Eindrücke von Gegebenheiten oft besser vermitteln können als ein Geschichtsbuch. Unzählige Verbrechen in der DDR haben hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Sie sind heute zum Teil aufgearbeitet und die Tatorte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Für viele sind diese Orte aufgrund der geographischen Lage allerdings schwer zu erreichen. Daher ist es unabdingbar diese Orte und die damit verbundenen Gefühle auf einem anderen visuellen Weg zu vermitteln.

Während Film ein Geschehen vollständiger zeigen und Handlungsabläufe lebendiger darstellen kann, kann die Fotografie das Gefühl eines bereits vergangenen Momentes wieder entdecken und dem Betrachter vermitteln. In Bildern müssen Geschehnisse nicht vollständig erörtert werden, um sie ausreichend verständlich zu machen.

Die Fotografien sollen ausgestellt werden und gerade auch denjenigen, die sonst nicht in Berührung mit Zeitzeugen oder Originalschauplätzen kommen können, die Möglichkeit geben, das bedrückende Gefühl zu empfinden, das bis heute an diesen Orten spürbar ist.

Die Portraits sollen die Erinnerungen der Zeitzeugen, die nie vergessen werden wie sich der Freiheitsentzug angefühlt hat, reflektieren. Die Architekturbilder geben diesen Erinnerungen, durch die Leere und Sachlichkeit der abgebildeten Orte, ihren notwendigen Raum. Daher führt die Zusammensetzung der beiden Elemente Architektur und Portrait zu einem intensiven Erlebnis der vergangenen Zeit.

Es ist mir wichtig eine Bildwelt zu schaffen und Anhaltspunkte zu liefern, um die Verbrechen der Diktatur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Während Videos und Fotos zur Wiedervereinigung jedes Jahr im Oktober und November durch die Welt gehen, beschäftigen sich nur wenige mit den vierzig Jahren vor diesem Ereignis.

 

6. Juni 2011

Was mache ich eigentlich ? Teil 1

@ 17:41 Uhr -

Öfters muss ich mich der Frage stellen, was ich eigentlich den ganzen Tag lang mache. Natürlich gibt es darauf zwar eine einzeilige Antwort: Arbeiten! Das hilft aber in der Regel keinem, der wirklich wissen will, was los ist.

In den vergangenen Monaten habe ich neben Auftragsarbeiten auch intensiv an einem neuen Projekt gearbeitet. Nachdem ich meine New York Serie weitestgehend abschließen konnte, habe ich bereits im September eine Idee im Kopf gehabt.

Bei einer Preisverleihung im vergangenen Jahr traf ich Frau Marianne Birthler, ehemalige Bundesbeauftragte für die STASI-Unterlagen. In einem Gespräch mit ihr bot sie mir an, in den STASI-Archiven zu fotografieren. Für mich war diese Sache von Anfang an etwas besonderes. Zum Einen bin ich als ehemaliger Hauptstädtler-Jung durch und durch Westdeutscher. Zum Anderen kenne ich die Bilder und Geschichte der DDR nur aus Büchern.

Dies war Herausforderung genug, um dieses, wie sich entpuppte, Mammutprojekt anzukurbeln.

In einer langen Konzeptionsphase, gespickt mit Besichtigungsbesuchen in verschiedenen STASI-Archiven und Gefängnissen, entwickelte sich eine Idee:

Es gibt schon viele Fotoprojekte zur Aufarbeitung der DDR-Diktatur. Allerdings häufig sehr dokumentarisch oder darstellend. Sie zeigen auf interessante Weise, wie es in der DDR ausgesehen hat, wer wichtig für die Bürgerrechtsbewegung war etc. Allerdings, so meine Meinung, lassen sie eines außen vor: Gefühl!

Bei Testaufnahmen mit der Großbild in Rostock

Bei Testaufnahmen mit der Großbild in Rostock

Ganz besonders im ehemaligen STASI-Gefängnis Rostock konnte ich miterleben, wie man sich in Gefangenschaft, häufig ohne Grund, gefühlt haben muss. Dunkelzellen, viel zu kleine Freihöfe und schlechte Haftbedingungen waren noch heute dort zu erkennen und zu spüren. Das Gefühl, dass ich dort erlebt habe, möchte ich nun mit Bildern transportieren.

Mit diesem Gedanken im Kopf, lief ich erst einmal Monate lang durch die Welt und beobachtete. Gleichzeitig entwickelte ich ein ca. 25-seitiges Konzept zu dem Thema und häufte Informationen rund um die DDR-Vergangenheit unseres Landes an.  Dazu kam die Frage was überhaupt mit den Bildern passieren soll. Wie es realisiert werden soll und noch einige andere Fragen.

 

Nur mit der Hilfe meiner Familie, vielen Freunden und einen großen Austausch über Ideen und Bedenken, kam ich der Sache näher.

Schließlich kam ich an den Punkt, all diese Informationen auf eine Hand voll Seiten bringen zu müssen. Denn wer liest sich 25 Seiten Konzept durch? Um sich für Stipendien zu bewerben, muss man in der Regel 2-3seitige Essays einreichen. Also war Streichen, reduzieren und vor allem klar herausarbeiten, was eigentlich das Thema war, an der Reihe. Dieses Prozedere war der größte Aufwand und hat Monate in Anspruch genommen. Das klingt im ersten Moment viel (ich habe auch nicht gedacht, dass etwas so lange dauern kann), aber alle Beteiligten sind heute einer Meinung: Das lange hin- und her überlegen hat sich gelohnt und war schon ziemlich schnell…

Morgen stelle ich euch das nun endlich fertig ausgearbeitete Konzept vor und gebe auch einen kleinen Ausblick auf die kommenden Monate.

 

 

 

18. März 2011

Projektförderung mit Kickstarter

@ 11:29 Uhr -

Gestern bin ich über einen Blogbeitrag auf einem benachbarten Blog auf Kickstarter.com gestoßen. Kickstarter ist die größte Projektförderungsseite im Web (nach eigenen Angaben) und hilft jungen Künstlern und Journalisten förderungsbedürftige Projekte bekannt zu machen und durchzuführen. Das Prinzip ist denkbar einfach:

Jeder interessierte kann ein Projekt mit Beschreibung einstellen. Angegeben werden müssen ein Startdatum des Projektes sowie die Menge des Geldes, dass benötigt wird. Fertig.

Nach der Fertigstellung kann dann jeder, der auf Kickstarter.com surft, das Projekt finden und wenn es ihm wichtig oder spannend genug erscheint, finanziell fördern. Als Dankeschön gibt es in bestimmten Intervallen „Geschenke“ bzw. Anerkennungen von demjenigen, der das Projekt durchführen möchte. Z.B. ab 25 € gibt es ein Ausstellungsprint geschenkt (oder so ähnlich)…
Die Intervalle sind frei einstellbar.

Das geförderte Geld wird allerdings nicht sofort abgebucht und steht dem Projekt zur Verfügung, sondern erst, wenn bis zum Start des Projektes genug gefördert worden ist (die Summe, die man zu Beginn eingetragen hat), wird das Geld überwiesen und das Projekt kann starten.

Auf diese Weise kann jeder ohne Risiko Projekte einstellen und fördern. Wenn es nicht zustande kommt, ist man keinem etwas schuldig. Und erst wenn das Projekt durchführbar ist, wird die Kreditkarte des Fördernden belastet.

Ich kann mir vorstellen, dass auf diese Weise viele Projekte möglich werden, von denen sonst nur die wenigsten etwas erfahren würden.

Schaut selbst vorbei und macht euch einen Eindruck.

www.kickstarter.com

 

17. März 2011

Mitglied bei first-stop.org

@ 10:45 Uhr -

Seit gestern bin ich Mitglied bei first-stop.org, einer Initiative, um Papier zu sparen. Wer kennt das nicht: Von riesigen Aussendungen mit Papierbergen kommt nur wenig Feedback zurück. Jobs generieren sich dadurch nur selten. Und andersherum: Art Direktoren haben innerhalb weniger Tage Berge von Karten, Mappen und anderer Promos auf den Tischen liegen. Diese abzuarbeiten und zu archivieren ist bei den Mengen nicht mehr denkbar.

Um das zu unterbinden, gibt es nun First-Stop.org. Angelehnt an Projekte wie Seen.by oder die Selected Views, können Professionelle Fotografen und Illustratoren kostenlos Arbeiten hochladen, um damit für sich zu werben. Die Vorteile für Künstler und Art Direktion liegt auf der Hand. An einem Platz trifft man sich wieder…und zwar Papierlos.

Für alle, für die das zu viele Worte sind, hier ein kleines Video von den Herausgebern.

First-Stop.org from matthieu brajot on Vimeo.

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